Start Kirche Archiv 50 Jahre Petrus Canisius

  

Die Pfarrchronik berichtet:

„In der Sitzung vom 15. Nov. 1925 beschloß der Gesamtverband der kath. Kirchengemeinden der Stadt Hagen die Errichtung zweier Not­kirchen aus Holz, eine für Halden, die andere für Eckesey." „Am 30. Mai 1926 weihte Herr Dechant Ostermann das Kirchlein ein. Zum Pfarrpatron hatte man ihm den hl. Petrus Canisius gegeben, der 2. Apostel Deutschlands, der am 21. Mai 1925 heiliggesprochen war." Zunächst übernahmen die Geistlichen der St. Josefs-Gemeinde in Altenhagen die weitere seelsorgliche Betreuung der Tochtergemeinde St. Petrus Canisius.

Ostern 1929 erhielt die Gemeinde einen eigenen Seelsorger. Über 61/2 Jahre wirkte Herr Pfarrvikar Wilhelm Siepmann mit großem Eifer in der St. Petrus Canisius-Gemeinde, bis er am 1. August 1935 nach Paderborn versetzt wurde.

 

  Pfarrvikar Wilhelm Siepmann in St. Petrus Canisius 1929-1935

 

An seine Stelle trat Herr Vikar Albert Münch. Kurz darauf erhielt die Ge­meinde die eigene Vermögensverwal­tung. Im Jahre 1944 wurde die bis­herige Pfarrvikarie St. Petrus Canisius durch den Herrn Erzbischof zur Pfar­rei erhoben und Herr Pfarrvikar Münch zum ersten Pfarrer dieser Gemeinde ernannt. Im gleichen Jahr fand Herr Vikar Siepmann, der erste Seelsorger unserer Gemeinde, als Sanitätssoldat in der Nähe von Minsk den Tod, als er einem schwerverwundeten Kame­raden beistehen wollte. (Bericht eines Spätheimkehrers aus russischer Kriegsgefangenschaft.)

 Dekan Albert Münch In St. Petrus Canisius 1935-1952

Pfarrer Münch schrieb in der Chronik: „Dann kam das schicksal­schwere Jahr 1945. Die Bombenangriffe am 28. Februar und am 10. März verwandelten die Gemeinde in ein wildes Chaos. Die Kirche und das Pfarrhaus brannten nieder, ein großer Teil der Familien mußte die Gemeinde verlassen, weil ihre Wohnungen zerstört waren."

 

 Durch Bomben zerstört im Jahr 1945

Die Chronik fährt weiter fort: „Fast ein einhalb Jahre fand der Gottesdienst im evgl. Kindergarten statt."

Durch die Initiative des Pfarrers Münch konnte die Gemeinde im Jahre 1946 die Turnhalle eines ehemaligen Arbeits­dienstlagers erwerben, die als Not­kirche errichtet wurde.

 Notkirche 1946 errichtet

 

„Als an den Tischen das Brot fehlte und viele ein Dach suchten, als man um ungezählte Tote und Gefallene trauerte, um Vermißte bangte, auf Ge­fangene wartete, sammelte sich die zerstreute Herde in einer unter großen Opfern erbauten zweiten Notkirche um Gottes Altar."

Erst im Juni 1947 konnte Pfarrer Münch das wiederhergestellte Pfarr­haus wieder beziehen.

Im Jahre 1952 wurde dann Herr Pfarrer und Dechant Münch vom Herrn Erzbischof zum Pfarrer der Hl. Geist-Gemeinde Hagen-Emst ernannt. Sein Nachfolger wurde Pfarrer Bernhard Schmitz, der am 22. Juni 1952 in sein Amt eingeführt wurde.

 Pfarrer Schmitz in St. Petrus Canisius 1952 - 1965

 

1954 wurde der Grundstein zu einem eigenen Kindergarten gelegt, der am 1. Mai 1955 seiner Bestimmung übergeben wurde.

 Kirche mit Kindergarten

 

1956 ging die Gemeinde mutig und voll Gottvertrauen ans Werk, um den dritten Kirchbau in Angriff zu nehmen. Der Herr Weihbischof Dr. Franz Hengsbach weihte das neuerrichtete Gotteshaus am 23. Nov. 1957.

„Da die altbewährte Opferfreudigkeit der früheren Jahre nicht zurück­gegangen ist", so schreibt die Chronik, wurde Ende Okt. 1960 der Bau des Gemeindesaales begonnen, dessen Einweihung am 9. Juli 1961 erfolgte. Frohe Feste in alljährlicher Wiederkehr führen unsere Pfarrgemeinde an dieser Stätte der Begegnung immer wieder zu­sammen.

 

 Von besonderer Schönheit und Symbolkraft ist die 15 Meter lange Lichtwand der Seitenkapelle.

 

Am 28. August 1965 verstarb Pfarrer Bernhard Schmitz, der über 13 Jahre der Gemeinde treu gedient hatte. Das neue Gotteshaus, der Kindergarten und der Gemeindesaal sind bleibende äußere Zeichen seiner unermüdlichen liebenden Sorge.

 

 Pfarrer Erich Rösch in St. Petrus Canisius 1965-1976

Am 3. Adventssonntag 1965 erhielt die St. Petrus Canisius-Gemeinde als Nachfolger des verstorbenen Pfarrer Schmitz den neuernannten Pfarrer Erich Rösch, den Dechant Münch in sein neues Amt einführte. Über 10 Jahre durfte er bis zum Jubiläum das Vermächtnis seiner Vorgänger weiterführen im gemeinsamen Auftrag des Herrn: „Gehet auch ihr in meinen Weinberg!"

Mögen die Worte aus der Kirchweihmesse uns weiterhin Richtschnur sein: „Herr, Gott, in meines Herzens Einfalt hab ich alles freudig dargebracht; mit übergroßer Freude seh ich auch dein Volk, das hier versammelt ist. Gott Israels, erhalte diesen Eifer! Alleluja!"

Aktualisiert (Donnerstag, den 19. August 2010 um 19:23 Uhr)